Plutomond Charon
Charon, auch als (134340) Pluto I bezeichnet, ist der mit Abstand größte
Mond des (Klein)Planeten Pluto.
Plutomond Charon im Vordergrund, dahinter Pluto und die Sonne, rechts oben die beiden
kleinen Trabanten Nix und Hydra. Pluto ist hier mit einem Ring aus Eispartikeln dargestellt,
s. Erläuterungen dazu auf der
Hauptseite.
(Montage unter Verwendung einer Aufnahme der Saturnringe durch das NASA-Hubble-Space-Telescope
und Artwork NASA)
Entdeckung
Entdeckt wurde der Mond am 22. Juni 1978 von dem Astronomen James W.
Christy bei der Auswertung von fotografischen Platten, die Monate zuvor
angefertigt worden waren. Christy stellte fest, dass Pluto auf den
Fotografien periodisch eine leichte Ausbeulung aufwies. Dieses Phänomen,
das auf einen Mond des Pluto hinwies, konnte später noch auf fotografischen
Platten nachgewiesen werden, die bereits am 29. April 1965 belichtet worden
waren. Der Himmelskörper erhielt zunächst die vorläufige Bezeichnung
S/1978 P 1. Christy schlug den Namen Charon, nach dem Fährmann aus der
griechischen Mythologie, vor. 1985 wurde dieser Name von der Internationalen
Astronomischen Union (IAU) angenommen. Charons Entdeckung erlaubte es,
Plutos Masse und Größe genauer zu bestimmen.
Blick von der Oberfläche des Pluto auf Charon. Die doppelt gebundene Rotation der
Himmelskörper bewirkt, dass sich beide immer dieselbe Seite zuwenden. Da der Abstand
zwischen beiden mit weniger als 20.000 km vergleichsweise sehr gering ist, erscheint
der Mond überaus gross am auch tagsüber fast nachtschwarzen Himmel des eisigen, von
einer dünnen Atmosphäre umwehten Planetoiden.
(Artwork NASA/JPL)
Plutosystem im Teleskop
Bahndaten
Charon umkreist den Schwerpunkt des Pluto-Charon-Systems in einer
Halbachse von nur 19.600 km in 6 Tagen, 9 Stunden und 18 Minuten auf
einer kreisrunden Bahn in Plutos Äquatorebene. Gleich dem Plutoäquator
ist Charons Bahnebene mit 122,53° sehr stark gegenüber der Bahnebene des
Zwergplaneten geneigt. Wegen des relativ geringen Massenunterschiedes
umkreist Pluto ebenfalls diesen Schwerpunkt, der sich etwa 1200 km über
seiner Oberfläche befindet. Somit umkreisen Charon und Pluto sich
gegenseitig.
Im August 2006 diskutierte die IAU deshalb, ob Charon und Pluto gemeinsam
als Doppelplaneten den Status von Planeten der Plutonenklasse erhalten
sollen. Beschlossen wurde jedoch, Pluto als Zwergplaneten zu klassifizieren,
Charon bleibt ein Mond von Pluto.
Größenvergleich zwischen Charon und Pluto mit den Umrissen Europas. Es wird
deutlich, wie klein diese Himmelskörper in Relation zur Erde wirklich sind.
(Montage unter Verwendung von Aufnahmen des NASA-Hubble-Space-Telescopes)
Aufbau und physikalische Daten
Charon ist mit einem Durchmesser von 1207 km etwa halb so groß wie Pluto.
Aufgrund des relativ geringen Größenunterschiedes werden Pluto und Charon
auch als Doppelplanetensystem bezeichnet. Charons Masse beträgt etwa 1/8
der von Pluto, daher liegt ihr gemeinsamer Schwerpunkt – das Baryzentrum –
außerhalb des Pluto, und zwar dem Masseverhältnis entsprechend ein Achtel
der Entfernung zwischen den beiden einzelnen Massezentren vom Plutozentrum
entfernt.
Charon rotiert in 6 Tagen 9 Stunden und 18 Minuten um die eigene Achse;
in dem selben Zeitraum und mit dem selben Drehsinn seines Umlaufs um
Pluto bzw. um das Baryzentrum. Er weist damit wie der Erdmond eine
gebundene Rotation auf und zeigt seinem Hauptkörper immer die gleiche
Seite. Im Unterschied zu Erde und Mond wurden die Rotationszeiten von
Pluto und Charon durch Gezeitenkräfte beiderseits synchronisiert und
wenden beide einander immer die gleiche Seite zu, eine doppelt gebundene
Rotation.
Charons mittlere Dichte wurde mit 1,71 g/cm3 bestimmt. Er besteht demnach
zu etwas mehr als zur Hälfte aus Gestein und fast zur Hälfte aus Wassereis.
Modell des inneren Aufbaus des Plutotrabanten. Wie weit ein solch kleiner Körper
tatsächlich differenziert ist, ist nicht bekannt. Die Oberfläche sollte jedoch
den Beobachtungen gemäss ganz aus Eis bestehen. Möglicherweise entsteht mindestens
während der Akkretionsphase jedoch genügend Hitze, um leichtere und schwerere
Bestandteile, letztere hier als Silikate angenommen, zu trennen.
(Modellberechnung
und Darstellung: Planetenmodellrechner)
Er besitzt eine sehr helle Oberfläche mit einer Albedo von 0,37; das
heißt 37 Prozent des einfallenden Sonnenlichts werden reflektiert. Anders
als Plutos Oberfläche, die von gefrorenem Stickstoff bedeckt ist,
scheint Charons Oberfläche aus Wassereis zu bestehen. Ihre Temperatur
konnte am 1. Juli 2005 bei einer Sternbedeckung durch Charon zu minus
210 Grad Celsius bestimmt werden. Das entspricht dem in dieser Entfernung
zu erwartendem Strahlungsgleichgewicht. Der Druck einer eventuellen,
äußerst dünnen Atmosphäre kann höchstens 0,11 Millionstel bar betragen.
Bei dieser Sternbedeckung erhielt man für Charon auch die Durchmesserwerte
1212 ± 16 km (Gulbis et al.) bzw. 1207,2 ± 2,8 km (Sicardy et al.).
Der relativ hohe Anteil an felsigem Material und das Fehlen einer merklich
en Atmosphäre stützen die Vorstellung, nach der dieser verhältnismäßig
große Trabant analog der Entstehung des Erdmondes das Produkt der
Großkollision eines Vorgängers von Pluto mit einem anderen plutogroßen
Körper des Kuipergürtels ist.
Phantastische Impression der Eisplanetoiden Pluto, Charon und deren Trabanten
Nix und Hydra. Die Darstellung versucht, die Größenverhältnisse, die Farben und
die wenigen bisher bekannten Oberflächenmerkmale der Himmelskörpert so genau wie
möglich wiederzugeben.
(Montage unter Verwendung von Artworks Xanthine, GNU-License)
 |
| Pluto und Charon |
| Eigenschaften des Orbits |
| Große Halbachse |
19 600 km |
| Periapsis |
19 600 km |
| Apoapsis |
19 600 km |
| Exzentrizität |
0,000 |
| Bahnneigung |
0° |
| Umlaufzeit |
6,38725 Tage |
| Mittlere Bahngeschwindigkeit |
0,223 km/s |
| Physikalische Eigenschaften |
| Albedo |
0,37 |
| Visuelle Helligkeit |
mag |
| Mittlerer Durchmesser |
1186 km |
| Masse |
1,62*1021 kg |
| Oberfläche |
4 400 000 km2 |
| Mittlere Dichte |
1,71 g/cm3 |
| Siderische Rotation |
6,38725 Tage |
| Achsneigung |
0,000° |
| Fallbeschleunigung an der Oberfläche |
0,368 m/s2 |
| Fluchtgeschwindigkeit |
700 m/s |
| Oberflächentemperatur |
63 K |
| Geschichte |
| Entdecker |
J. W. Christy |
| Datum der Entdeckung |
1978 |
| Anmerkungen |
Größter Mond mit doppelt gebundener Rotation |
verändert u.a. nach: http://de.wikipedia.org/wiki/Charon_(Mond)
Plutomonde
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